2017 NEU - wenn es am schönsten ist ...

Eine Zusammenfassung der Gründe, warum ich mich nach vielen Jahren, ja, Jahrzehnten aus dem Thema "Karl May in Kroatien" zurückgezogen habe.

 

Es war eine schöne Zeit - eine wunderschöne Zeit....

Aber wie heißt es so schön:

Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.

Seit 1974 ist Kroatien und hier hauptsächlich Starigrad/Paklenica und seine Umgebung für mich so etwas wie meine zweite Heimat geworden.

Zu allererst der phantastischen Landschaft wegen und „nebenbei“ wegen meinem Interesse an den Drehorten der Karl May-Filme.

Obwohl schon seit 1974 ein Großteil der Drehorte aufgesucht und Anfang der 80er mit meiner Freundin vor Ort in Kostümen unsere eigenen Dreharbeiten abgehalten und damit in der gesamten Umgebung bekannt geworden, begann ich mich 1996 intensiv für die exakte Lage der Drehorte zu interessieren.

Viele Kroaten haben bis dahin gar nicht gewusst, in welcher „berühmten“ Landschaft sie da eigentlich leben…

Einige, die teilweise heute selber Ausflüge an Drehorte durchführen, waren bis 1999 noch nicht einmal persönlich an eben diesen gewesen.

"Aufgewacht" ist man vor Ort 1999, als ich in Zusammenarbeit mit dem Fremdenverkehrsverband Starigrad und der Nationalparkverwaltung meine Ausstellung zum Thema „Karl May Filme und ihre Drehorte in Kroatien“ durchführte.

Hier sah man plötzlich, was da vor über 30 Jahren vor Ort passierte und manch ein Besucher, der damals Statist war,  was aber nach all den Jahren verblasste, hat sich oder Angehörige oder Freunde anhand der Fotos wiedererkannt. Langsam aber sicher wurde man, wie gesagt, vor Ort wach und „hellhörig“.

Heute sage ich mir, hätte ich gewusst, was ich mit meinem Interesse und Wissen anrichte, ich glaube, ich wäre damit nicht in dieser Art und Weise an die Öffentlichkeit gegangen.

Während man den Einheimischen noch nachsehen kann, dass sie heute Jeep-Touren ins Gebirge veranstalten, wobei diverse Drehorte zur Besichtigung kurz angefahren werden, gibt es andere Dinge, mit denen ich mich einfach nicht anfreunden kann und will.

Dazu zählt u. a., dass man urplötzlich Profit aus diesem Thema schlägt, obwohl man doch (hier nenne ich nur Jadran, es gibt da aber auch noch andere Personen vor Ort) seit Ende der Dreharbeiten, also seit gut 40 Jahren (!), die Möglichkeit gehabt hätte, irgendwelche Westernstädtchen in die Landschaft zu setzen, wo „high noon“ zur Belustigung von Touristen vor dem Saloon geschossen und im Saloon getrunken wird….

Da werden Pläne gemacht, vor deren Ausführung Gott diese herrliche Landschaft bewahren möge...

Und diese Pläne werden von einem Teil sog. Karl-May-Film- bzw. -Drehortefans befürwortet, gleichzeitig aber sprechen sich eben diese vehement dagegen aus, dass in einem dafür wie geschaffenen unwirtlichen Landstrich, der so gut wie gar nichts mit den eigentlichen Drehorten zu tun hat, ein Windpark entstehen soll, der aus ökologischen Gesichtspunkten für die gesamte Umgebung nur von Vorteil wäre.

Und da wird teilweise in egoistischer Weise gejammert, dass z. B. am Tulove Grede, der seit jeher ein Paradies für naturbegeisterte Bergsteiger (und Ausweichort zur total überlaufenen Velika Paklenica) war und ist, „hoffentlich nicht wieder diese Bergsteiger auftauchen, die dann durchs Bild laufen“; gleichzeitig aber rennt man mit einer Motorsäge in dieser wunderschönen Gegend herum, um alles Nachgewachsene „platt zu machen“, damit es wieder aussieht wie damals.....

Dieses und noch viele andere Dinge bestärken mich immer mehr darin, dass das Thema „Drehorte“ vor Ort für mich abgeschlossen ist.

Zumal es mir bei den beiden letzten Aufenthalten auch begann, „uninteressant“ zu werden; eben weil ich dort mittlerweile jeden Stein kannte. Ich war nicht mehr mit dem gleichen Enthusiasmus dort wie all die Jahre zuvor.

Das besagt natürlich nicht, dass ich nie wieder nach Kroatien fahren werde. Ich habe jetzt ein Jahr „Auszeit“ genommen, werde aber ab und zu sicher noch einmal in Kroatien sein. In ganz anderen teilweise noch weitaus schöneren Gegenden, von denen es in Kroatien zuhauf gibt, vielleicht auch einmal auf einer Insel, wer weiß.

Ich werde auch sicherlich zwischendurch mal wieder den einen oder anderen Drehort aufsuchen, um zu sehen, was daraus geworden ist. Möglich, dass es dann an einigen Orten das letzte Mal sein wird, je nachdem, was man (resp. Drehorte-Fanatiker) daraus gemacht hat...

Das, was ich gesehen und erlebt habe in all den vergangenen Jahren und Jahrzehnten kann mir niemand mehr nehmen.

Und viele, die ich im Laufe der Jahre kennen lernte, denken genauso und haben ebenso das Thema Drehorte abgeschlossen. Weil das eigentlich Schöne daran, nämlich die damals noch fast unberührte Natur, größtenteils nicht mehr vorhanden ist.

Heute ist es für Touristen eine weitere Bus- oder Jeep-Tour mehr, die sie buchen können. Die sie für ein paar Minuten an einige Drehorte führt, dann zu einem „Picknick“ irgendwo in der Landschaft und dann auf den Weg zurück zum Hotel.

So wie die angebotenen Eintagestouren z. B. an die Plitvicer Seen, wo man vielleicht vier Stunden Zeit hat, einen Bruchteil des Geländes zu erkunden, bevor es wieder nach Hause geht. Man steht an ein paar markanten Punkten, macht ein paar Fotos und „war“ dann da oder dort. Irgendwie sind die Menschen zu bedauern, die selbst an solchen Orten von der Zeit gehetzt werden.

Das Thema Karl May ist für mich auch weiterhin interessant, auch wenn ich mich aus dem „öffentlichen (May)Leben“ fast ganz zurückgezogen habe. Auch hierfür habe ich meine Gründe.

Vor allen Dingen habe ich kein Verständnis dafür, was in manchen Foren (bezogen auf Kroatien oder Karl May) oder Gästebüchern oder gar auf Facebook teilweise von sich gegeben wird.

Da gab es Leute, die mich vor Jahren mit Fragen nach den Drehorten per Mail förmlich bombardiert haben und nachdem sie diese beantwortet bekamen, plötzlich „alles selbst entdeckt haben und überall selbst gewesen sind“ usw. Ohne sich darüber Gedanken zu machen, dass ein Großteil dieser Mails noch vorhanden sein könnte...

Damals schon hatte ich mir ein Bild über einige Leute gemacht und bekam wieder einmal gezeigt, dass ich nicht umsonst das Wort „Fan“ in zwei Kategorien einteile - eine aus "Fans" und die andere aus "Fanatikern" bestehend.

Dann wiederum gab es Leute, die sich ärgerten, wenn man nicht umgehend auf allgemein gestellte Fragen in Gästebüchern/Foren reagierte.

Es mag ja sein, dass manche Leute rund um die Uhr vor dem PC sitzen und nichts anderes im Sinn haben als das Thema Karl May oder Drehorte. Ich gehöre - gottseidank - nicht dazu, dieses Hobby ist nur eines von vielen.

Und ganz ehrlich gesagt, es ist nicht mein „Ding“, mir über irgendwelche Schauspieler Gedanken zu machen, was diese wohl mal gedacht oder getan oder gesagt haben oder ob sie lieber grüne oder blaue Hemden trugen, warum plötzlich einer einen Bart trägt und ein anderer lila Schuhe oder ob der Sohn die gleiche Handform wie der Vater hat usw. (im überspitzten Sinn gesagt).

Ein Interesse an solchen Dingen kann ich Kindern oder Jugendlichen noch nachsehen, aber Erwachsenen??

Diese "Erwachsenen" sind es auch, die in Foren über Pierre Brice "ablästern", weil er mit Sprechgesang in Shows auftritt oder CDs veröffentlicht und sich damit einen Traum erfüllt. Gleichzeitig wird bei ihm "Schlange gestanden", wenn es darum geht, möglichst viele Autogramme zu ergattern, um diese dann in diversen Auktionshäusern zu Geld zu machen. Oder man versucht mit allen Mitteln, mit ihm auf ein Foto zu kommen und wundert sich dann, wenn er daran keinerlei Interesse zeigt...

Seit vielen Jahren habe ich auch beobachtet, dass in den "Karl-May-Kreisen" mehr oder minder unterschwelliger Neid entstanden ist auf alles, was "der/die andere(n)" haben oder wissen. Während nach außen hin mit dem Wort "Freund" nur so um sich geworfen wird...

 

Verständnisloses Kopfschütteln erzeugt bei mir auch, wenn u. a. in Foren über Personen in Kroatien hergefallen wird, weil diese - bedingt u. a. auch durch eine große Familie - in mehreren öffentlichen/kommunalen Bereichen tätig sind oder Hotels besitzen.

Ich habe diese Menschen kennen gelernt. Ich habe gesehen, wie sie sich nach dem Krieg ab 1995 quasi aus dem Nichts hochgearbeitet haben, wie sich über jedes neue Möbelstück, welches gekauft wurde, um wieder ein neues Hotelzimmer damit zu bestücken, wie verrückt gefreut wurde. Ich habe auch gesehen, dass sich Familien untereinander geholfen haben, um wieder auf die Beine zu kommen.

Ich habe gesehen, was Zusammenhalt bedeutet! Der Satz „Einer für alle, alle für einen“ traf dort noch im wahrsten Sinne des Wortes zu. Heute ist wieder der "Alltag" eingekehrt und jeder versucht, das für sich Beste aus dem Kuchen herauszupicken, so wie es - leider - fast überall der Fall ist.

Dass es immer wieder Menschen gibt, die so etwas beneiden, weil sie selbst nichts geschafft und es zu nichts gebracht haben oder nur in ihren festgefahrenen Bahnen lebten, trifft selbstverständlich auch auf Kroatien zu.

Schlimmer aber sind die Menschen, die als Tourist vor Ort sind, von Neidern vorgebrachte Geschichten hören und diese dann verbreiten, ohne jegliche Kenntnis der wahren Umstände!

Leider habe ich auch oft genug erlebt (nicht nur an mir), dass auf Kommentare in diversen Gästebüchern/Foren oder berechtigte Hinweise äußerst gereizt reagiert wird, wenn sie nicht der eigenen Meinung entsprechen oder manche Leute nur schreiben, um des reinen Schreibens willen.

Oder man unterstellte mir auch schon mal, dass ich „die Drehorte für mich behalten“ wolle, da ich nicht öffentlich in sämtlichen Foren alles haarklein berichte, sondern ausschließlich per Mail auf Fragen antworte (ausführlichst übrigens, wie jeder Fragesteller versichern kann). Dazu kann ich nur sagen, dass ich mich glücklich schätze, einen eigenen freien Willen zu haben, zu entscheiden, wie ich was tue und nicht weil es andere gerne so hätten, in der berühmten Hammelherde mitlaufe...

Auch diese Reaktion stammt nicht von Kindern oder Jugendlichen, sondern von „Erwachsenen“, und ist dadurch (nicht nur) in meinen Augen erst recht „kindisch“….

Auch zu dem Thema „Winnetou-Dorf“ und seine Auswirkungen könnte ich jetzt noch lang und breit meine Meinung darlegen, verzichte aber darauf, da ich denke, dass meine Einstellung dazu mittlerweile bekannt sein dürfte. Nur so viel: Es ist eingetreten, was ich von Anfang an gesagt hatte, dass dieses sog. "Projekt" den berühmten Bach runtergeht, weil es ohne Überlegung, ja dilettantisch angegangen und vom Tourismus nicht angenommen wurde. Wie ich erfuhr, sollen im Oktober 2009 - eigenartigerweise - diverse Gegenstände von "Unbekannt" entwendet worden sein...

Was mir - was Kroatien betrifft - einzig und allein am Herzen liegt, ist der Erhalt der Naturschönheiten.

Die Natur wird länger bestehen bleiben als irgendwelche aus dem Boden gestampfte Westerndörfer & Co., die aus einer Schnapsidee geboren irgendwann brach liegen, wenn das Interesse daran und am Thema Karl May im Allgemeinen nachgelassen hat.

Im Sinne Karl Mays wäre ein Aufräumen in der Natur, all den gedankenlos in der Natur hingeworfenen Abfall zu beseitigen und Mülldeponien zu schaffen. Oder die - wahrscheinlich noch in 100 Jahren - herumstehenden Kriegsruinen abzutragen, von denen die "Badeort-Touristen" zwar nichts mitbekommen, dafür aber diejenigen, die im Landesinneren unterwegs sind, um so mehr.

Aber das würde bedeuten, Geld zu investieren und nicht zu kassieren und hier habe ich in Bezug auf die (bisherige) kroatische Mentalität so meine Zweifel, ob man jemals durch eine saubere Natur gehen oder fahren wird.

Was auch immer wieder "interessant" ist: Kaum war man als Karl-May-"Freund" auf irgendeinem Treffen, wo sich der eine oder andere Schauspieler aufgehalten hat, "besorgt" man sich von diesem zig Autogramme auf ebenso zig Postkarten etc., die man dann - oh Wunder - spätestens zwei Wochen danach bei "ebay" angeboten bekommt. Schade, dass die jeweiligen Stars nicht wissen, mit wem sie es beim Unterschreiben der Karten so zu tun haben... Diese "Beobachtung" habe ich schon seit mehr als 10 Jahren gemacht, und dass durch die "Raffgier" Einzelner diejenigen, denen es wirklich um ein "Erinnerungsstück" geht, ein solches nicht mehr bekommen, weil diverse Stars die Nase voll hatten und nichts mehr unterschrieben haben.

All das zusammen hat dazu beigetragen, dass ich das Thema Karl May in der Öffentlichkeit abgeschlossen habe.

Ich weiß, was ich in all den Jahren geleistet habe und konnte - oftmals sogar völlig unerwartet - ehrliche Anerkennung von vielen Seiten erfahren.

Und ich bin stolz darauf, immer meinen eigenen Weg gegangen zu sein und werde dies auch weiterhin tun. Ohne mich um dumme oder gehässige Bemerkungen zu kümmern. Ich bin auch zu stolz, irgendwelche Namen zu nennen - zu wissen, dass diejenigen, die es betrifft, dies auf sich bezogen wissen, ist mir Genugtuung genug… Diejenigen, die so reagieren, sind in meinen Augen arme Menschen.

All denen, die mich in all den Jahren auf dem „kroatischen“ oder auf dem „may’schen“ Weg begleitet haben, mir oftmals geholfen haben und es ehrlich meinten, danke ich dafür.

Es gibt zwei darunter, die ich heute und teilweise schon über viele Jahre „Freund“ nenne!

Auch wenn es in der letzten Zeit in den "May'schen Kreisen" üblich ist, mit dem Wort "Freund" um sich zu werfen, weiß ich den wahren Wert des Wortes noch zu schätzen und bezeichne nicht jeden, der mir gerade über den Weg läuft, mit diesem Wort. Diese "Freunde" befremden mich denn doch etwas, vor allem, wenn dann "hintenherum" Neid und Missgunst vorherrscht.

Wie gesagt, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist - und ich habe es zu dem für mich (was obige Dinge betrifft) genau richtigen Zeitpunkt getan.

Mit vielen Grüßen

Uschi

2009

 

Nachtrag

 

Herzlich bedanken möchte ich mich hiermit für die vielen positiven und zustimmenden Reaktionen, die mich in dieser Sache per Mail oder Anruf erreichten sowie hier im Gästebuch.  Wobei ich bei einigen nicht damit gerechnet habe. Negativ wurde nur von drei Seiten geurteilt, zweimal in einer Weise wie nicht anders zu erwarten und einmal von kroatischer Seite, wobei mich vor allen Dingen Letzteres noch einmal besonders in meiner Meinung bestärkt hat.

 

 


Auch nach so vielen Jahren bekomme ich es immer wieder aufs Neue bestätigt, dass sich "in Sachen Fans" nichts geändert hat. Wenn ich mir manche Einträge im Internet anschaue, wie streitsüchtig doch so manche Personen sind....
Oder wenn man sich bei manchen Kommentaren fragt, ob das wirklich "Erwachsene" sind, die da schreiben.
Wie schon oben erwähnt: Kindern kann man so etwas nachsehen, aber Erwachsenen?


Dezember 2013




Und noch etwas:
Pierre Brice war kein "Gott" !


Er war ein Mensch wie jeder andere auch. Ein Schauspieler, der die Rolle des Winnetou verkörperte, die Karl May erfand. Er hat sie gut verkörpert, manche sagen theatralisch, er hat ihr "eine Seele" gegeben.


Alles gut und schön. Aber der Mensch Pierre Brice war nicht "Winnetou"!


DAS scheinen viele sog. Fans zu vergessen. Jedenfalls denkt man dies, wenn man so manche Kommentare im Internet liest, die teilweise wirklich an "Vergötterung" heranreichen.


So war er z. B. nur
 ein einziges Mal in einem Konvoi (also nicht alleine) mit vom Publikum gesammeltem Geld in Form von Lebensmitteln etc. nach Bosnien gefahren. Das wurde und wird noch immer als "Heldentat" etc. dargestellt.

Man möge mir erlauben, meine eigene Meinung dazu zu haben. Es gab Menschen, die alleine in die Kriegsgebiete gefahren sind und dort geholfen haben und dies nicht nur einmal - ich kenne genügend dieser Personen.


Es gibt abertausende Feuerwehrleute, Bergretter, Seenotretter usw., die tagtäglich ihr Leben für andere einsetzen.
DAS sind in meinen Augen "Helden".
Über die nirgendwo berichtet wird - sie sind ja nicht "berühmt".......

Aber wehe, man sagt dies einem sog. "Fan".
Man wird förmlich geteert und gefedert....


Das sind alles Dinge, wo ich jedes Mal denke, zum Glück habe ich mit diesem Thema nichts mehr zu tun.

Oktober 2016

 

------------------------------------------------------